Warum iranische Exilierte den Westen verteidigen?
Die Migranten oder genauer: die iranischen Exilierten im Westen, sind nicht nur die Träger und Verstärker der im Inneren Irans zum Schweigen gebrachten Stimme, sondern zugleich Bewahrer des säkularen und liberalen Geistes eben jener westlichen Gesellschaften. Sie fungieren als östliche Wächter der westlichen Zivilisation.
Insofern haben westliche Gesellschaften, deren historisches Erbe fortwährend bedroht wird, sei es durch rückständige Migrantenmilieus, durch einen anti-aufklärerischen linken Zeitgeist an Universitäten oder durch postmoderne woke-Spielarten, ein bemerkenswertes Glück gehabt, iranische Exilanten aufgenommen zu haben.
Im Gegensatz zu jenen Migranten und Flüchtlingen, die überwiegend aus islamisch geprägten Ländern nach Europa und Nordamerika kommen und deren kollektive Mobilisierung sich häufig gegen die normativen Grundlagen westlicher Gesellschaften richtet, etwa durch Forderungen nach der Einführung der Scharia oder durch Widerstand gegen die Verteilung von Schweinefleisch in Schulen, und im Gegensatz zu jenen linken Strömungen, die keine Gelegenheit auslassen, die ökonomischen und politischen Fundamente der westlichen Zivilisation zu unterminieren und in kritischen Momenten, etwa durch die Unterstützung der sogenannten „Achse des Widerstands“, ihre natürliche
Allianz mit diesen Migranten offenbaren, verstehen sich die meisten Iraner als Verteidiger der bedrohten Werte des Westens.
Aus dieser Perspektive haben iranische Exilierte, bei aller Vielfalt und trotz punktueller Meinungsverschiedenheiten untereinander, nicht nur keinerlei Schwierigkeiten, die westliche Gesellschaft zu akzeptieren und sich in sie zu integrieren; vielmehr erinnern sie mit bemerkenswerter Entschlossenheit unablässig an die Gefahren, die aus dem fortgesetzten Missbrauch westlicher Toleranz und Liberalität erwachsen.
Während jene Migranten und Flüchtlinge ihren tiefsitzenden Hass auf das westliche Denken kaum verbergen können und alles daransetzen, unter Ausnutzung von Freiheit, Wohlstand und Sicherheit des Westens ihre vormodernen Gesellschaftsmodelle neu zu errichten, verfolgt die iranische Diaspora das gegenteilige Projekt: Sie will mit eben jenem westlichen Geist Freiheit, Wohlstand und Sicherheit in ihre Heimat zurücktragen.
Gerade deshalb vergessen jene Migranten ihre Herkunftsländer häufig, da ihnen durch höhere Reproduktionsraten in westlichen Gesellschaften die Möglichkeit eröffnet wird, neue Kolonien im Rahmen eines umma-bildenden Projekts zu etablieren, während Iraner ihre Heimat niemals vergessen. Wo immer sie sich befinden, wohin sie auch gehen: Sie können weder ohne Sehnsucht noch ohne Hoffnung sein.









